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Merkmale von Konflikten

Autorin: Marion Harms Psychologische Beraterin

Grundsätzlich unterscheidet man innere und zwischenmenschliche Konflikte.

Merkmale von inneren Konflikten

Wenn Menschen von erlebten Konflikten berichten, lässt das den Schluss zu, dass sich ein seelischer Konflikt durch fünf Merkmale auszeichnet. Eine Person im Konflikt:

  • fühlt sich selbst, im "ich" unmittelbar betroffen
  • malt sich aus, was geschehen würde wenn...(sie sich so oder anders entschiede)
  • erlebt sich als verunsichert und ungewiss
  • erfährt einen Druck, diese Störung zu überwinden
  • empfindet diese Situation als belastend und angespannt

Wenn uns wichtige Entscheidungen abgefordert werden, kennzeichnen diese Attribute ernsthafte Konflikte, sie sind selbst allerdings auch in Ansätzen in Alltagskonflikten vorhanden.

Wenn wir in einem Konflikt stark unter Druck stehen und verzweifelt eine Lösung suchen, kann es passieren, dass wir den Konfliktzustand gar nicht bemerken oder uns der Konflikt unbewusst bleibt. Meist ist es immer dann der Fall, wenn wir gezwungen wären uns mit unserer Person eingehender zu beschäftigen und wir Angst haben, uns mit den Schattenseiten auseinanderzusetzen.


Zwischenmenschliche Konflikte

Männer und Frauen sind unterschiedlich, das ist uns nicht erst seit Buchtiteln wie: Männer sind anders, Frauen auch oder warum Frauen nicht einparken können, bekannt.

Das was sich an Kommunikation in Beziehungen abspielt, nutzen diverse Comedians für Lacherfolge. Das damit Lacherfolge erreicht werden können, spiegelt, dass wir uns meistens wiederfinden. Erfahren wir allerdings solche Situationen selbst, da zeigen wir selten Humor.

Häufig gibt es zwei extreme Positionen:

  • Wir fühlen uns unverstanden, dann ziehen wir uns zurück und reden immer weniger miteinander.
  • Wir diskutieren unterschiedliche Auffassungen, die sich häufig in einem handfesten Streit manifestieren.

Beide Positionen sind im Hinblick auf eine Partnerschaft nicht erstrebenswert.

So oder so: Wir sind in einem Konflikt.

Was haben Konflikte mit Entscheidungen zu tun?

Das Wort Konflikt kommt aus dem Lateinischen und bedeutet -Zusammenstoß- Konflikt steht auch für Disharmonie, Unentschiedenheit oder Zerrissenheit.

Diese Unentschiedenheit liegt meist in uns selbst. Wie gut wir mit Konflikten umgehen, steht im Zusammenhang, wie wir selbst entscheiden, damit umzugehen.

Nach psychologischen Erkenntnissen können wir uns in zwei Kategorien einteilen.

  • Entweder wir haben als Kind gelernt, Konflikte sind trennend und führen zu Verlust von Liebe und Vertrauen. Sie zerstören Sicherheit. Dann empfinden wir Konflikte, zum Beispiel Kritik als Attacke gegen uns als Person.
  • Oder wir haben gelernt, Konflikte helfen weiter, sind verbindend und schaffen Vertrauen und Achtung. Sie beeinflussen nicht unsere Sicherheit. Dann sind Konflikte für uns etwas Außergewöhnliches und wir wissen, dass uns am Beispiel Kritik, ein Lernen und uns zu verbessern möglich macht.

Viele unserer Verhaltensweisen im Konfliktfall laufen unbewusst ab. Wir haben Sie halt gelernt und denken nicht darüber nach. Wir können sie aber auch wieder verlernen, genauer: ändern.

Wenn wir uns diese Abläufe bewusst machen erkennen wir, es ist immer unsere Entscheidung:

  • Ob wir in unserem Konflikt-Verhalten, dazu neigen wegzulaufen (flüchten), uns annähern (klein beigeben) oder auf Konfrontationskurs (Kampf) gehen.
  • Ob wir den Konfliktpartner als Feind oder Freund sehen.
  • Ob wir offen sind, für einen Kompromiss oder nur in „falsch oder richtig“ denken.
  • Ob wir anerkennen können, dass es unterschiedliche Wahrnehmungen einer Situation geben kann.